Amazon steigt in die Automotive-Branche ein

Autor: Ralf Windmüller
Datum: 21.02.2017

Studie „Knut im Stau“ des E-Commerce Beratungsnetzwerkes eTribes

Quelle: Amazon

Laut einer Studie der E-Commerce Beratung eTribes, gibt es immer mehr Anzeichen für einen Einstieg von Amazon in die Automotive-Branche.

Sucht Amazon sich eine neue Branche, zeichnet sich das im Vorfeld durch typische Anzeichen ab. Dazu zählt zum Beispiel die Eintragung neuer Sub-Unternehmen oder Patente, der Test mit kleinen Pilotprojekten oder die Suche nach Managern aus der angepeilten Branche. Laut der Studie „Knut im Stau“ des E-Commerce Beratungsnetzwerkes eTribes ist genau dies momentan der Fall und zwar auf einem Markt, den niemand wirklich mit Amazon verbindet: die Automotive-Branche.

Zwar besteht schon seit 2015 in den USA die Möglichkeit über die Plattform Amazon Automotive Autoteile online zu erwerben und seit 2016 ist es möglich, sich über Amazon Vehicles über Autos zu informieren und diese zu bewerten, aber Autos kaufen kann man dort bisher noch nicht.

„Im Herbst 2016 sind dann im Amazon-Jobportal Stellenanzeigen aufgetaucht, mit denen das Unternehmen höhere Manager mit OEM-Hintergrund sucht“, beobachtet Lennart Paul, Mitautoren von „Knut im Stau“. „Wie bei Amazon üblich wird also ein ­Management-Team top-down aufgebaut, das sich dann weiter um die Entwicklung von Amazon Automotive kümmern wird.“ Hinzu kommt die Tatsache, dass Amazon sich bereits neue Domains wie beispielsweise Amazon.auto und Amazon.car gesichert hat.

Auch Pilotprojekte treten immer häufiger auf. In Italien war es bereits möglich einen Fiat über Amazon zu bestellen und in Deutschland können Interessenten seit letztem Jahr, dank einer Kooperation von Mercedes und Amazon, Probefahrten via Amazon für die neue Mercedes E-Klasse buchen.

Amazons Interesse an der Automotive-Branche ist also deutlich vorhanden. Und gerade in einer Zeit, in der die Kunden immer weniger in die stationären Vertragswerkstätten vertrauen und stattdessen vorrangig im Internet recherchieren, scheint Amazon zur richtigen Zeit die Automobil-Branche in Angriff zu nehmen. 2015 kauften 6,5 Millionen Käufer ihre Autoteile online. Im Vergleich zum Vorjahr machte das ein Plus von 15 Prozent aus. Und auch die Dienstleistungen rund um die Automotive-Branche, wie zum Beispiel die Terminvereinbarungen in den Werkstätten oder für Probefahrten, werden digitalisiert.

Auf den Automotive-Sektor kommt also neben der Digitalisierung auch eine „Amazonisierung“ zu, und das wohl schneller als erwartet.

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R.Schmitt