Logistiker setzen auf Indien

Autor: Ralf Windmüller
Datum: 06.02.2017

Experten sehen in Indien das größte Wachstumspotenzial

Eine weltweite Studie für den Agility Emerging Markets Logistics Index 2017 mit mehr als 800 Befragten hat ergeben, dass Logistik- und Supply Chain Manager von einer ungewissen Zukunft für die Weltmärkte ausgehen. 43 Prozent gaben an, dass ein prognostiziertes Wachstum von 4,6 Prozent für aufstrebende Märkte in 2017 zu optimistisch sei. 69 Prozent sagten, dass der Brexit und gescheiterte Handelsabkommen, wie zum Beispiel TPP, ihnen große Sorge mache und es eine Gefahr für den Freihandel darstellen könne.

Von 50 der im Index berücksichtigten Länder schnitten 24 schlechter ab, als im Vorjahr. Sieben dieser Länder zählen zu den Top 10. Darunter sind unter anderem die Vereinigten Arabischen Emirate und Russland, die jeweils um eine Position weiter nach unten abgerutscht sind. Aber auch China, Malaysia, Saudi-Arabien, Indonesien, Brasilien und Mexiko, die bisher als verlässliche Wachstumsmärkte galten, sind zurzeit geschwächt. Diese Ergebnisse spiegeln laut Transport Intelligence die momentane Lage im globalen Handelswachstum und auf den aufstrebenden Märkten wieder. Und auch in China, dem weltweit führenden Logistik-Wachstumsmarkt, hat sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt.

Schon zum zweiten Jahr in Folge richten sich Logistikmanager auf der ganzen Welt an den bisher eher unscheinbaren Logistik Hotspot Indien. Die Logistikexperten sehen in Indien das größte Wachstumspotential und würden dort am ehesten Investitionen tätigen. Durch seine Marktgröße und die Wachstumsattraktivität hat Indien China überholt und steht nun auf Platz eins des Rankings. Der Grund dafür liegt in der mittelfristig besseren Wirtschaftswachstumsprognose.

Das in Indien ansässige Hafenunternehmen DP World betrachtet Indien als den idealen Standort. Sowohl in den Häfen Mundra und Nhava Sheva als auch in Kochi, Chennai und Visakhapatnam betreibt DP World Containerterminals. Hinzu kommen Schienenverbindungen ins Hinterland und der Betrieb von sieben Containerzügen auf der Strecke zwischen Mundra und Nhava Sheva. In den nächsten Jahren sollen laut eines Pressesprechers von DP World weitere 1 Milliarden US-Dollar in Indien investiert werden.

Die afrikanischen Sub-Saharastaaten sind die Verlierer der Studie. Keines der Länder konnte sich für die Top 20 qualifizieren. Von allen 50 Ländern fiel dabei Nigeria, Afrikas größte Volkswirtschaft, am stärksten ab.

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R.Schmitt