Rosige Zukunft für den Online-Möbelmarkt

Autor: Dimitri Lagun
Datum: 13.06.2017

Amazon Studie verdeutlicht relevantes Interesse am Möbelkauf im Internet

Der Elektronische Handel, auch E-Commerce genannt, bezeichnet die Ein- und Verkaufsvorgänge mittels Internet und ist für immer mehr Konsumenten der bevorzugte Weg für den Kauf von Gütern jeglicher Art. Marktbeobachter schreiben daher unter anderem dem Online-Möbel Markt eine gewinnbringende Zukunft zu. Diese Entwicklung ist der wachsenden Zahl junger Konsumenten zuzuschreiben, die ihre sämtlichen Bedürfnisse online decken.

Die metoda GmbH ist einer der weltweit führenden Marktforscher im E-Commerce. Mit innovativen Marktanalyse-Tools schafft metoda Transparenz im internationalen Online-Business. Im Frühjahr, zwischen dem 1.März und dem 14. Mai 2017, untersuchte das Data-Science-Team von metoda die Nachfragedaten der Topseller in der Amazon-Kategorie „Gartenmöbel & Zubehör“ sowie 12 Unterkategorien. Dabei wurde erfasst in welchem Stadium sich der Markt befindet und wie sich die derzeitige Nachfrage gestaltet. Der Fokus der Analyse lag darauf, inwieweit der Online-Möbelkauf heute schon Konsumalltag ist und die Ergebnisse belegen ein relevantes Interesse am Möbelkauf im Internet.

Es stellte sich heraus, dass der Konsument online allerdings meist kleinteilig bestellten und der Onlinekauf kompletter Garnituren noch eine Ausnahme darstellt. In den Topseller-Listen dominiert preisgünstiges Zubehör für bereits vorhandenes Mobiliar. Bei 377.549 erfassten Bestellvorgängen lag der realisierte Durchschnittspreis bei nur 63,49 Euro. Rund 580 Euro wurden pro Kopf in Deutschland laut Regio-Data im Jahr 2015 in neue Möbel investiert. Das bedeutet für eine vierköpfige Familie, dass ein jährliches Möbelbudget von mehr als 2000 Euro zusammenkommt. Immer häufiger werden diese Möbel online gekauft. Laut einer Umfrage des Hightech-Verbands Bitkom haben sich bereits 42 Prozent der Befragten ein Sofa, Sessel und Co. im Internet bestellt. Auf diesen Trend haben Versanddienstleister wie Hermes oder DHL reagiert, indem sie flexible Lösungen für die Feierabendlieferung sperriger Güter angeboten haben. Dieses Marktumfeld ist wie gemacht für Amazon. Der Online-Marktführer hat sich eine vielversprechende Position im Online-Möbelmarkt erarbeitet. Dies steht im Gegensatz zu vielen anderen Möbelhäusern, die mit dem Online-Vertrieb fremdeln.

Die aktuelle Einschätzung der Market Genius zeigt, dass Amazon allein im Bereich Gartenmöbel in den untersuchten Kategorien auf einen Schnitt von tagtäglich 5.034 Bestellungen gekommen ist. Dieses Ergebnis lässt sich sichtlich mit einem großen Möbelhaus vergleichen. Die Gesamtausgaben der Konsumenten entsprachen 23,9 Millionen Euro. Auf einen Tag heruntergebrochen bedeutet das einen Durchschnittsumsatz von 319.602 Euro. Auffällig ist jedoch, dass sich eine breite Masse der Amazon-Kunden nicht dazu entscheiden, größere Möbelstücke und sperrige Güter zu kaufen. Der Durchschnittspreis von 63,49 Euro belegt diese Aussage, da dieses Ergebnis nicht für teure Online-Beschaffungen spricht.

Im Rahmen der Studie wurde in vielen weiteren Produktkategorien mit sperrigen Gütern wie den „Loveseats“ oder „Sofas“ der Durchschnittspreis errechnet. Der metoda CEO Stefan Bures kommentiert die Ergebnisse: „Die Möbel-Nachfrage ist zweifellos da. Noch halten sich die Konsumenten beim Online-Möbelkauf aber zurück. Doch sollte sich niemand von den Ergebnissen täuschen lassen. Der Trend spricht für Amazon und nicht umsonst wachsen das Sortiment und die Zahl der Anbieter mit hoher Geschwindigkeit. Der frühe Vogel hat den Wurm schon im Blick, jetzt werden die Claims in diesem Zukunftsmarkt abgesteckt. Für Anbieter, die bislang über keine schlüssige Onlinestrategie verfügen, wird es höchste Eisenbahn.“

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D.Lagun