Weniger Logistikneubauten in 2016

Logistik-Immobilienmarkt

Autor: Ralf Windmüller
Datum: 31.01.2017

Gesamtfläche aller Neubauten leicht rückgängig

Im letzten Jahr wurden in Deutschland ca. 3,3 Millionen Quadratmeter neue Logistikflächen gebaut. Dies lässt sich aus dem sogenannten Logistikimmobilien-Seismographen ablesen, einer Studie des Münchener Beratungsunternehmens Logivest GmbH und der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services (SCS). Die Gesamtfläche des Jahres 2015 mit ca. 3,9 Millionen Quadratmetern wurde damit verfehlt, so Logivest. Trotzdem wurden 2016 mit 247 Neubauten annähernd so viele Logistikimmobilien neu errichtet wie 2015 mit 251. Die gesunkene Gesamtfläche sei laut Logivest mit der jeweiligen Größe der einzelnen Projekte zu erklären. Wurden 2015 noch mehrere Bauprojekte mit mehr als 100.000 Quadratmetern Grundfläche errichtet, gab es 2016 nur ein Bauvorhaben mit einer ähnlichen Größe. Vor allem im Süden und Westen Deutschlands entstünden viele Logistikbauten. Sowohl bei der Fläche als auch bei der Anzahl der Objekte ließe sich ein Fokus auf diese Gebiete feststellen.

In der Rangfolge der führenden Logistikregionen liegt der Niederrhein mit ca. 435.000 Quadratmetern neu errichteter Areale derzeit auf dem ersten Platz. Den zweiten Platz hat die Region Rhein-Neckar mit ca. 320.000 Quadratmetern inne, Platz drei geht an das östliche Ruhrgebiet mit ca. 285.000 Quadratmetern. Die Gebiete Rhein-Main und Schwaben, welche 2015 noch auf dem Siegertreppchen zu finden waren, fallen 2016 auf den vierten und 13. Platz zurück. Ebenfalls außergewöhnlich für die Studienverfasser war die ausgebliebene Neubautätigkeit in der Region Donau (gemäß der Studie Regensburg und Umgebung). Dieses Gebiet habe sich 2015 noch auf dem vierten Rang befunden, in der neuesten Rangliste auf dem letzten. Auch Koblenz und Nürnberg befänden sich merklich hinter den Werten des Vorjahres.

Genau wie in 2015 stellte auch 2016 der Handel mit 38 Prozent die größte Nutzergruppe von neu errichteten Logistikimmobilien dar. Vor allem das florierende Online-Umfeld sei dafür verantwortlich und bringe den Handel in die Position als stärkster Treiber von Logistikneubauten. Die zweitgrößte Gruppe von Nutzern sei die Industrie mit 31 Prozent, knapp vor den Logistikdienstleistern mit 30 Prozent, welche somit 2016 ihrer Plätze getauscht haben. „Erklären lässt sich diese Entwicklung vor allem dadurch, dass Industrieunternehmen zunehmend selbst als Investoren von Logistikimmobilien auftreten“, erklärt Kuno Neumeier, Geschäftsführer der Logivest GmbH.

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R.Windmueller