Chance für nachhaltige Lieferketten

Autor: Sebastian Thelen
Datum: 31.03.2017

Neue Richtlinie zum Non-Financial Reporting

Die neue EU-Richtlinie 2014/95 zum Thema Non-Financial Reporting zielt auf die Sicherung nachhaltiger Lieferketten ab. Ab dem Geschäftsjahr 2017/2018 müssen sich Unternehmen mit über 500 Beschäftigten über den eigenen Umgang mit Vielfalt, Menschenrechten, Korruptionsbekämpfungen und Umweltauswirkungen auseinandersetzen.

Selbst für die fortschrittlichsten Unternehmen ist es eine schwierige Aufgabe, die Herkunft von Rohstoffen, Zutaten der eigenen Produkte und deren Herstellung zu kontrollieren. Vor allem Unternehmen mit komplexen und dynamischen Liefernetzwerken haben damit Probleme. Zivilgesellschaftliche Organisationen und Kampagnengruppen zielen auf gesetzliche Maßnahmen und eine Nachhaltigkeitsberichtserstattung ab, um die Transparenz zu fördern und moderne Sklaverei und Menschenrechtsverletzungen zu verhindern.

In Europa wurde die Richtlinie seit Jahreswechsel eingeführt und wird als bedeutender Meilenstein in der Entwicklung geschätzt. Das Geschäftsjahr 2017/18 ist das erste Jahr, in dem die Unternehmen ausführliche Informationen zu ihrer Nachhaltigkeit bereitstellen müssen. Neben der Beschreibung des Geschäftsmodells, Einzelheiten über ihre Strategien zur Nachhaltigkeit und Informationen zu den vorhandenen Due-Diligence-Prozessen, muss über Details von Ergebnissen der Umsetzung und eine Bewertung der Risiken Auskunft gegeben werden. Wenn keine Informationen oder Fortschritte vorliegen, müssen die Unternehmen eine Erklärung abgeben.

Die Richtlinie ist die Strategie der europäischen Kommission, die Qualität der von Unternehmen übermittelten nichtfinanziellen Daten zu verbessern. Vorher wurden die Daten in den EU-Ländern in unterschiedlicher Form und Umfang erfasst. Zukünftig sollen Maßnahmen vorgenommen werden, um die Transparenz und Datenqualität zu verbessern. Weiterhin können viele Vorteile und Chancen durch die Einhaltung der neuen Gesetzgebung gewonnen werden. Laut einer Analyse der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte bekommen Unternehmen die Möglichkeit, die Gesundheit und Zufriedenheit der Mitarbeiter langfristig zu stabilisieren. So können durch die Ermittlung von Risiken und die Verbesserung des Prozessmanagements Ressourcen eingespart werden und gleichzeitig die Betriebskosten gesenkt werden.

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