Digitalisierung und welche Herausforderungen auf uns zukommen

Autor: Sebastian Thelen
Datum: 13.03.2017

Industrie 4.0 verringert Arbeitsplätze

Das Ersetzen der menschlichen Mitarbeiter im Unternehmen durch Roboter, oder auch die Industrialisierung 4.0 wird die Welt vollkommen verändern. Der taiwanische Apple-Zulieferer Foxconn geht mit dem Beispiel voran, in einigen seiner Fabriken, auf den Produktionsstraßen keine Menschen mehr zu beschäftigen. Die Mitarbeiteranzahl wurde von 110.000 Beschäftigten auf 50.000 reduziert. Die menschlichen Arbeiter wurden durch Roboter ersetzt.

Dai Jia-Peng, der für die Automatisierung zuständige Manager, ist der Meinung, dass in naher Zukunft bald gar keine Menschen mehr benötigt werden und nur noch Maschinen arbeiten sollen. Das Ziel, gesamte Fabriken zu automatisieren, wird also weiterhin angestrebt. Nur einige Arbeitsplätze in den Bereichen der Logistik und Produktion sowie der Überwachung der Roboter, bleiben dann nur noch übrig. Auch in anderen Branchen werden Arbeitsplätze von der Digitalisierung verringert:

Das klassische Bankgeschäft, so wie wir es kennen, wird von der Digitalisierung komplett verändert. Im klassischen Sinne wird eine Bank schon lange nicht mehr gebraucht. Banken werden geschlossen oder Stellen werden zu rapide verringert.

Das Bezahlen via Smart-Phone wird bald genauso an Popularität gewinnen, wie das Telefonieren mit Callcenter Robotern. Laut einer Accenture-Studie die global stattfand, können sich insgesamt 7 von 10 Befragten vorstellen, bei Bankgeschäften und weiterem von Robotern beraten zu werden. Bankangelegenheiten werden immer mehr online durchgeführt. Rund 70 Prozent der Deutschen nutzen laut einer Studie von Bitkom Online-Banking. Mit der Tendenz weiter steigend.

Im Investmentbanking werden immer mehr Rechner verwendet. In Zukunft ist der klassische MBAler ein PC-affiner Mathematiker oder Physiker. An einem Projekt, welches Entscheidungsprozesse automatisieren soll, wird bereits gearbeitet. In Japan sind bereits Hedgefonds-Roboter im Einsatz und haben den Menschen in erfolgreicher Anlage bereits überholt. Auch die Versicherungsbranche steht vor einer großen Veränderung. Nur bis auf ein Minimum wird sich der klassische Versicherungsverkäufer und Makler reduzieren. Immer mehr Vergleichsportale entstehen. Auch werden viel mehr Versicherungen heutzutage online abgeschlossen.

Auch im Innendienst werden bis auf ein paar gut qualifizierte Mitarbeiter von der Automatisierung und künstlichen Intelligenz überflüssig werden. In Japan wird ein auf IBM Watson basierendes System getestet, welches Dokumente automatisch auswerten soll. Es soll fällige Zahlen berechnen und kann selbst besondere Klauseln in Versicherungsverträgen berücksichtigen. Laut einer Untersuchung des Nomura Research Instituts sollen sich bis zum Jahre 2035 alle Arbeitsplätze in Japan halbieren und durch Roboter ersetzt werden.

Auch die Fortbewegungsmittel können sich bald alle von alleine steuern. Flugzeuge können sich schon selbst steuern und selbständig landen. In der Dienstleistungsindustrie ist die Digitalisierung auch bereits schon angekommen. In naher Zukunft werden Jobs wie Bus- und Taxi-Fahrer etc. immer schwieriger zu finden sein. Zu Bedenken ist auch, ob Menschen, die nur einen Führerschein für ihren Beruf benötigen, in Zukunft wieder leicht in das Berufsleben einsteigen können.

Der Bereich Einkauf steht genauso wie die anderen Bereiche auch vor großen Veränderungen. Das Online-Shopping findet an immer größerer Bedeutung. Auch der Einkauf von Lebensmitteln soll in Zukunft im Internet stattfinden. Laut einer Lidl-Umfrage möchte mehr als die Hälfte der befragten Kunden das Lebensmittel-Onlineshopping zumindest einmal ausprobieren. In Seattle existiert bereits ein Supermarkt ohne Kasse, der als Testladen für die Amazon-Mitarbeiter zur Verfügung steht. Der klassische Supermarkt verschwindet immer mehr. Die Bezahlung in einem solchen Supermarkt erfolgt automatisch beim Verlassen des Geschäfts via Smart-Phone.
Mehrere Millionen Arbeitsplätze werden in Branchen wie der Produktion, der Verwaltung, bei Banken und Versicherungen verschwinden. Auch werden neue Arbeitsplätze entstehen. Dort wird aber vermutet, dass die neu verfügbaren Jobs von neuen Arbeitskräften – und nicht von den Menschen die ihren Arbeitsplatz verloren haben – besetzt werden.

Neue Arbeitsplätze werden in der IT-, Mechatroniker- und der Datenanalysten-Branche entstehen. Menschen, die über keine Technologie-Kenntnisse verfügen, werden es in Zukunft schwer haben einen geeigneten Beruf auszuüben. In den USA wechseln 26 Prozent der Arbeitskräfte von einem Beruf zum anderen und bleiben dort im Durchschnitt nur viereinhalb Jahre lang. Einen Beruf ein Leben lang auszuüben wird es in Zukunft nicht mehr geben.

Quelle: www.focus.de

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S.Thelen