Mangelnde Bereitschaft für Innovationen in der Logistikbranche

Autor: Ralf Windmüller
Datum: 06.01.2017

Logistikbranche reagiert verhalten auf Startups

Die digitale Transformation wird von Deutschen Logistikunternehmen zu zaghaft angegangen. Diese Beurteilung trifft die Unternehmensberatung Oliver Wyman auf Grundlage einer aktuellen Analyse der Digitalisierung im Speditionsgeschäft. Laut dieser Analyse wäre eine stärkere Zusammenarbeit mit den innovativen Startups der Logistikbranche für die etablierten Dienstleister von Vorteil. Andernfalls besteht nicht nur für einzelne Unternehmen, sondern für die gesamte Branche Gefahr.

Mit drei Milliarden Beschäftigten und einem Jahresumsatz von über 250 Milliarden Euro, besetzt Deutschland bisher die Spitzenposition in der Logistikbranche. Die Zukunft der deutschen Logistikbranche, hängt laut Max-Alexander Borreck, Principal bei Oliver Wyman, davon ab, wie den Logistikern die Digitalisierung ihres Geschäfts gelingt: „Viele Logistiker tun sich schwer, mit dem Tempo der Digitalisierung Schritt zu halten. Startups hingegen sind flexibel und müssen nicht auf gewachsene Strukturen Rücksicht nehmen. Und sie beherrschen dieselben Big-Data-Ansätze wie die Startups aus der Personenmobilität, für die Uber das bekannteste Beispiel ist. Mit dieser Agilität und diesem Wissen können die innovativen Newcomer zu Schrittmachern der Branche werden.“
Anhand des Investitionsvolumens, lässt sich erkennen, dass die Branche grundsätzlich im Umschwung ist. Alleine die der Öffentlichkeit bekannten Finanzierungsrunden der Logistik-Startups beliefen sich, laut Oliver Wyman, in den letzten zehn Jahren auf fast elf Milliarden Euro. Durchschnittlich werde in der Logistikbranche alle 5 Minuten ein neues Unternehmen gegründet. Von den weltweiten Investments, strömt allerdings nur ein geringer Teil von fünf Prozent nach Europa. Vergleicht man diese Zahl mit den USA und Asien, sieht man, dass dort jeweils 45 Prozent der Investments verbucht werde.

Daher könnten, vor allen durch die zurückhaltenden Investments der deutschen Logistikunternehmen in Startups, Probleme für die Branche entstehen. „In Deutschland gibt es mehr als 30 interessante Startups im Logistikumfeld. Der Austausch mit deutschen Logistikunternehmen findet bisher wenn überhaupt nur sehr zögerlich statt. Das kann langfristig zu einem Wettbewerbsnachteil für den Standort Deutschland werden“, sagt Borreck.

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R.Windmueller