Projekt Elektromobilität

Autor: Ralf Schmitt
Datum: 03.07.2017

Wirtschaftsförderung Land Brandenburg mit neuen Zielen

Mehrere Logistikdienstleister haben sich mit der Wirtschaftsförderung Land Brandenburg (WFBB) zusammengeschlossen und verschiedene Projekte ins Leben gerufen. Behala, Meyer & Meyer Logistik und Siemens möchten so die Elektromobilität weiter voranbringen. Steffen Kammradt, Geschäftsführer WFBB, findet, die Region um die Hauptstadt sei wegen ihrer geografischen Lage am geeignetsten: „Berlin ist Metropole, Brandenburg Flächenland. Wenn wir beides zusammennehmen, lässt sich beinahe jedes Szenario in diesen Anwendungsbereichen testen.“

Weiterhin möchten die Logistikunternehmen das Projekt nutzen, um die Elektromobilität stärker in ihrer Logistik zu etablieren. Dafür benötige es die passenden Angebote von den Nutzfahrzeugherstellern. „Um Verteilerverkehre und Containernachläufe elektrisch abzubilden, müssen die Hersteller in diese Technik investieren und sie weiterentwickeln“, erläutert Klaus-Günter Lichtfuß, Leiter Logistik der Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft (Behala) und Dr. Clemens Haskamp, Aufsichtsratsmitglied des Textillogistikers Meyer & Meyer übereinstimmend.

Bei den einzelnen Logistikern wurden bereits eigene Projekte initiiert. Meyer & Meyer will ab 2018 einen Test starten, bei dem durch einen elektrischen Wechselbrücken-Lkw ein Pendelverkehr zwischen Potsdam und Peine ermöglicht wird. Der 20 Tonnen schwere Laster läuft statt mit on-bord-Akkus mit Wechselbatterien. So soll von Flexibilität und Planungsfreiheit profitiert werden. Um die Rentabilität des Projektes zu verbessern, werden auf dem Strommarkt außerdem primäre Regelleistungen der Wechselstationen angeboten.

„Zwischenstation ist das 150 Kilometer entfernte Magdeburg. Dort sollen die Batterien innerhalb von 15 Minuten getauscht werden. Diese dienen während der Ladezeit auch der Netzstabilisierung“, erklärt Haskamp weiter. Das Projekt biete zwei Lösungsansätze: „Wir wollen den 3-Schichtbetrieb mit Wechselbatterien erproben und Erfahrungen mit Dual-Use im Energieverbund sammeln.“ Der Pendelverkehr mit dem Elektro-Lkw findet im Rahmen des Projekts „RouteCharge“ statt, um zu demonstrieren, dass sich großflächige Lieferketten bis 300 Kilometer mit einem elektrischen Nutzfahrzeug bewältigt werden können.

Klaus-Günter Lichtfuß von der Behala ist derweil für die technische Leistungsfähigkeit zuständig. Er arbeitet mit der Technischen Universität an einem Projekt „Elektra“, bei dem Schiffstransporte elektrifiziert werden sollen. Bis 2021 ist die Erprobung des Schubbootes auf dem Wasser geplant, das mit Akkumulatoren, Wasserstoff und Brennstoffzellen betrieben wird. Weiterhin leistet Behala einen Beitrag zu dem Projekt „KoMoDo“, welches von dem Bundesverkehrsministerium unterstützt wird. Im Rahmen des Projektes werden bis zu vier Standorte als gemeinsam genutztes Mikro-Depot eingesetzt. So können die beteiligten Unternehmen von dort aus mit Lastenrädern Lieferungen ausführen.

Benjamin Wickert, Head of Business Development eHighway von Siemens kümmert sich um hochfrequentierte Pendelstrecken und Lkw-Fernverkehr. In Zuge dessen wird in der Uckermark auf einer Teststrecke, die einer Autobahn nachempfunden ist, ein Oberleitungs-Lkw. Das Hybridfahrzeug soll Straßen benutzen können, die nicht elektrifiziert sind. Siemens errichtete zwei weitere Teststrecken in Schweden und Kalifornien. Des Weiteren wird in Brandenburg an der Verbesserung des Stromabnehmers gearbeitet, um Komplexität, Kosten und Gewicht zu verringern und gleichzeitig die Verfügbarkeit des Systems zu fördern.

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