Studie: Technologische Entwicklungen und Wandel des Konsumentenverhaltens verändern Onlinehandel in Europa

Autor: Sebastian Thelen
Datum: 28.03.2017

Boom des grenzüberschreitenden Onlinehandels

Laut einer Untersuchung des internationalen Immobiliendienstleisters Savills mit Hauptsitz in London, wird immer mehr Lagerfläche benötigt. Technologische Entwicklungen und der Wandel des Konsumentenverhaltens verändern die Distributionsstrategien von Onlinehändlern in Europa. Die Analysten gehen davon aus, dass bis 2025 der Anteil des Onlinehandels am gesamten Einzelhandel in Europa von derzeit acht Prozent auf fünfundzwanzig Prozent steigen wird. Die Scope Ratings AG aus Berlin sagt in einer neulich durchgeführten Analyse einen Anteil von 20 Prozent für 2025 voraus.

Vor allem soll aber der grenzüberschreitende Onlinehandel boomen. Der Immobiliendienstleister glaubt, dass bei einer Verringerung der Versandkosten online-affine Konsumenten zunehmend Produkte von Händlern aus dem Ausland kaufen werden. Somit könnte der grenzüberschreitende Onlinehandel jährlich um etwa fünfundzwanzig Prozent wachsen. Viele der Lager, die der Onlinehandel benötigt, könnten in osteuropäischen Ländern entstehen. Grund dafür seien die niedrigen Lohnkosten und ein größeres Angebot an Baugrundstücken.

Es stehen noch weitere Veränderungen für den Markt für Logistikimmobilien und Auslieferungen an. Experten erwarten, dass Einzelhändler sich nach neuen, günstigeren Standorten für ihre Lagerhäuser umsehen. Transportmittel wie Drohnen und Paketroboter sollen Lieferungen von Orten aus ermöglichen, die zuvor für Lastwagen unerreichbar waren. Außerdem werden laut Savills Logistikhallen höher, da die Ware dank Roboter effizienter und in größeren Höhen gelagert werden kann. Zudem ist es möglich, dass in Zukunft viel mehr Pakete nachts geliefert werden. Elektrofahrzeuge sind wesentlich leiser und verstoßen so nicht gegen nächtliche Lautstärkeregelungen.

Durch eine Verbesserung der Bestandsüberwachung wird es nach der Prognose von Savills möglich sein, online bestellte Produkte von bestehenden Läden aus an den Endverbraucher zu liefern. Damit eröffnen sich in Zukunft womöglich Wettbewerbsvorteile für den stationären Handel gegenüber dem reinen Onlinehandel. Befinden sich diese nah am Kunden, so könne der stationäre Handel von dort aus oft billiger und schneller liefern, als der reine Onlinehändler aus weit entfernten Logistikzentren.

Die Studie hat zudem ergeben, in welchen Ländern wie viel Risikokapital E-commerce-Unternehmen zwischen 2014 und 2016 aufnahmen. Je mehr solches Geld floss, desto größer das potentielle Wachstum des Onlinehandels im jeweiligen Markt. Die Analyse ergab, dass in Europa Deutschland und Großbritannien das meiste Wachstum in diesem Bereich erwarten dürfen.

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