Institut für Mittelstandsforschung Bonn befragt deutsche Familienunternehmen

Autor: Mario Schmidtgen
Datum: 16.08.2017

Familienunternehmer-Umfrage 2017 basiert auf dem Schwerpunkt der Digitalisierung

Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn befragte für eine Studie mit dem Schwerpunkt Digitalisierung Unternehmen mit mindestens 50 Millionen Euro Jahresumsatz. Die Umfrage unter dem Namen „Familienunternehmer-Umfrage 2017“ betrachte vor allem Deutschlands größte Familienunternehmen. Diese machen zwar nur einen kleinen Teil aller deutschen Unternehmen aus, leisten jedoch aber „einen entscheidenden Beitrag zu Wachstum und Wohlstand”. So nennen es der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und die Deutsche Bank im Vorwort der „Familienunternehmer-Umfrage 2017“.

Die Befragung ergab, dass sich weniger als die Hälfte der großen Familienunternehmen bei der Digitalisierung des Geschäftsmodell gut oder sehr gut aufgestellt (41 Prozent). Das größte Hindernis sehen 43 Prozent der Unternehmen in der mangelnden Kompetenz der Mitarbeiter. Andere Ansatzpunkte sind mangelnde digitale Schnittstellen, wie die Datenübertragung an Zulieferer (37 Prozent), eine unzureichende IT-Sicherheit (36 Prozent) sowie ein Wandel in der Unternehmenskultur (35 Prozent).

„Deutschlands Familienunternehmen müssen bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse und ihrer Infrastruktur schnell sein”, rät Stefan Bender, Leiter Firmenkunden Deutschland bei der Deutschen Bank. Es gehe, so der Experte, „nicht nur um die Automatisierung”, sondern vor allem um die Veränderung des Geschäftsmodells, welches erfolgreich in der digitalen Welt funktionieren muss. Bender weist außerdem darauf hin, dass der Innovationsdruck für viele führende Unternehmen zunehmend steige.

32 Prozent der befragten Unternehmen (fast jedes dritte große Familienunternehmen) sieht die Verfügbarkeit digitaler Infrastruktur als eine Hürde für die eigene Digitalisierung. Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BDI fordert: „Die Breitbandversorgung im ländlichen Raum hinkt jener in den Städten deutlich hinterher. Rund 70 Prozent aller Industriearbeitsplätze befinden sich aber auf dem Land. Weniger als ein Drittel der Unternehmen verfügt über eine Bandbreite von maximal 50 Megabit pro Sekunde. Für viele künftige Industrieanwendungen reicht dies nicht aus. Das ist besorgniserregend.”

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