Lieferengpässe bei BMW

Autor: Dimitri Lagun
Datum: 31.05.2017

Produktion der 1er- bis 4er-Reihe steht still

Die Produktion bei BMW steht still. Der Grund für die Probleme sind Lieferengpässe bei Lenkgetrieben von Bosch. „Und es sind zum Glück nicht alle Modelle von dem fehlenden Bauteil betroffen. Bei diesem Zulieferer kommt es derzeit zu Lieferproblemen“, sagte eine Bosch-Sprecherin.

Die Werke in München, Leipzig und Tiexi im chinesischen Shenyang, sind stark von den Lieferproblemen von Bosch betroffen. Für Bosch könnte das teure Konsequenzen bedeuten. „Es fehlt ein Teil“, sagte der Sprecher. Genauere Angaben zu der Einschränkung gibt es bislang nicht. BMW fordert Schadensersatz für den Produktionsausfall.
Derweil teilte Bosch mit, dass das Unternehmen die Bauteile von einem italienischen Zulieferer beziehe. Diesem fehlen jedoch momentan Gussgehäuse für das Lenkgetriebe der betroffenen Modellreihen.

Da die Produktionsausfälle bei BMW nun länger dauern werden als erwartet, versucht man in den betroffenen Werken zurzeit Wartungsarbeiten vorzuziehen, Urlaubstage auszunutzen und über Gleitzeiten alles auszugleichen. Duesmann erklärte: „Wir nutzen die Flexibilität, die wir in unseren Prozessen haben, um den wirtschaftlichen Schaden zu minimieren“. Gemeinsam mit Bosch arbeitet BMW unter Hochdruck daran, den Normalzustand schnell wieder herzustellen.
Bosch ist einer der größten und ältesten Lieferanten von BMW, der normalerweise eine große Liefertreue besitzt. „Als einer unserer langjährigsten, größten und grundsätzlich zuverlässigsten Lieferanten ist das Unternehmen zweifellos in der Lage, auch diese schwierige Situation zu bewältigen“. Die Fertigung der Modellreihen Mini, X und der größeren Baureihen 5er, 6er und 7er sind von den Lieferproblemen nicht betroffen, berichtete Duesmann.

Schon letzten Sommer zeigte ein Vorfall bei VW, wie stark Autokonzerne von ihren Zulieferern abhängig sind. Der Fall BMW zeigt wieder einmal, wie instabil die Lieferketten bei Automobilherstellern sind, bei denen es darum geht, Bauteile rechtzeitig an die Produktionsbänder zu liefern. Bei VW waren damals etwa 18000 Mitarbeiter von Kurzarbeit bedroht.

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D.Lagun