Neue Vorstände für Audi

Autor: Duran Sarikaya
Datum: 29.08.2017

Aufsichtsrat baut Vorstand um Stadler um

Der Aufsichtsrat von Audi baut den halben Vorstand um den Vorstandvorsitzenden Rupert Stadler um. Am Montag wurden von VW-Chef Matthias Müller auf einer außerordentlichen Sitzung in Ingolstadt neue Ressortchefs für die Geschäftsbereiche Finanzen, Personal, Produktion und Vertrieb berufen. Als Begründung für die außerordentliche Ablösung wurden interne Fehlplanung, nicht eingehaltene Zusagen und der weltweite Rückgang der Verkäufe genannt.

Vorstandsvorsitzender von Audi, Rupert Stadler, behält trotz anhaltender Spekulationen über sein Ausscheiden aus dem Ingolstädter Konzern dagegen weiterhin sein Amt. Der Manager habe sich „an der Spitze von Audi bewährt“, so Aufsichtsratsmitglied und Vertreter der Eigentümerfamilien Wolfgang Porsche. Laut diesem besitze Stadler „alle Voraussetzungen“, um Audi gemeinsam mit den neuen Vorstandmitgliedern „in eine erfolgreiche Zukunft zu lenken“. Alle vier neuen Vorstände stammen aus dem VW-Konzern und treten ihre neuen Posten am 01. September an.

Neuer Audi-Finanzchef wird Alexander Seitz, der bis dato für VW in Südamerika und Shanghai tätig war. Als neuer Personalvorstand wurde Wendelin Göbel berufen, welcher als Vertrauter von Matthias Müller gilt. Den Posten des Produktionschefs wird der derzeitige Chef der ungarischen Motorentochter und ehemaliges Aufsichtsratsmitglied, Peter Kössler, besetzen. Als neuer Vertriebschef wechselt der Niederländer Bram Schot zu Audi. Der Vorstand war bisher mit dem gleichen Ressort im Mutterkonzern VW betraut.

Der Austausch der Vorstände gestaltete sich schwieriger als zunächst vom Aufsichtsrat erhofft. Hatte sich Matthias Müller im Vorfeld der Personalentscheidungen mit der IG Metall bereits auf vier Kandidaten geeinigt, so meldete der Vertreter der Eigentümerfamilien, Wolfgang Porsche, plötzlich seinen Unmut an. Porsche äußerte insbesondere Unmut über den Produktionsvorstand Peter Kössler. Dieser sitzt als Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat. Dagegen möchte Porsche die Macht der Arbeitnehmer, insbesondere bei der Personalauswahl, einschränken.

Eine rasche Neubesetzung des Vorstandes ist für Audi aus mehreren Gründen von Bedeutung. Nicht nur die Folgen des nunmehr zwei Jahre alten Dieselskandals belasten den Konzern, auch die Verkaufszahlen sind seit Jahresbeginn um vier Prozent eingebrochen und Audi befürchtet, den Anschluss an die Konkurrenten BMW und Daimler zu verlieren.

Audi-Vorstandschef Rupert Stadler plant daher bis 2022 eine Reduktion der Kosten um zehn Milliarden Euro im Hinblick auf eine Finanzierung hoher Kosten für Elektroautos und genießt zumindest jetzt noch den Rückhalt der Eigentümerfamilien Porsche und Piëch. Immerhin steigen die Verkaufszahlen im wichtigen Absatzmarkt China wieder deutlich. Außerdem wird für die VW-Tochter für das Gesamtjahr erneut ein Umsatzwachstum erwartet.

Quelle:www.handelsblatt.com

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D.Sarikaya