IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index Juni 2020

Autor: Thomas Wandler
Datum: 10.07.2020

Deutliche Steigerung des Index in Deutschland

Der IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) notierte im Juni bei 45,2 Punkten. Im Mai lag der Indexwert noch bei 36,6 Punkten. Das ist zwar eine erhebliche Steigerung, aber der Wert liegt weiterhin deutlich unter der Wachstumsschwelle von 50,0 Punkten.

Die aktuelle Entwicklung kommentiert Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), wie folgt: „Die aktuellen EMI-Daten zeichnen ein widersprüchliches Bild. Einerseits signalisieren sie eine deutliche Wiederbelebung der Industrie; andererseits bleibt die Nachfrage weiterhin verhalten.“ Die einsetzende Konsolidierung des verarbeitenden Gewerbes wird allerdings als ein Hoffnungsschimmer für eine baldige konjunkturelle Erholung angesehen.

Industrieproduktion

Der saisonbereinigte Teilindex Leistung zum Anzeigen der Industrieproduktion erreichte im Juni den höchsten Stand seit Februar. Er entfernte sich damit weiter von seinem historischen Tief im April. Folglich milderte sich Rückgang der Produktionsrate erneut erkennbar ab. Jedoch leiden die Produktionsniveaus stark unter dem Mangel an Neuaufträgen, obwohl zunehmend mehr Umfrageteilnehmer eine Belebung der Geschäftstätigkeit verkünden.

Einkaufs-/Verkaufspreise

Der seit Mai 2019 laufende Trend der sinkenden Einkaufspreise setzte sich auch im Juni dieses Jahres fort. Als Hauptgrund wird von den Umfrageteilnehmern die schwache weltweite Nachfrage angegeben. Dadurch kam es zu Rabatten von den Zulieferern. Außerdem gingen die Weltmarktpreise für Rohstoffe wie Metalle, Kunststoffe und Produkte auf Ölbasis zurück.

Die Verkaufspreise waren auch im Juni unter Druck. Hier wird der gleichbleibend harte Wettbewerb um Neuaufträge als Ursache angegeben. Besonders im Investitionsbereich gab es Rückgänge. Dagegen nannten die Hersteller von Konsumgütern im Durchschnitt keine Veränderung.

Jahresausblick

Die Hersteller zeigten sich in Bezug auf die zukünftigen Produktionsniveaus besser gestimmt. Entsprechend schreibt der BME in seiner Mitteilung: „So schnellte der Teilindex Geschäftsausblick mit Rekordrate nach oben und signalisierte erstmals seit Februar wieder Optimismus.“ Dennoch sind weiterhin viele Firmen von einer negativen Entwicklung in der Zukunft überzeugt. Daher ist aktuell der Grad an Optimismus im Vergleich zu früheren Zeiten immer noch relativ niedrig.