Neue Zukunftsstudie der ZF Friedrichshafen AG

Autor: Osman Cetinkaya
Datum: 02.12.2016

Fraunhofer-Institut prognostiziert Status Quo für 2030

Die Auslieferungsdrohne wird eher ein Nischendasein führen, aber fahrende Zustellroboter gehören in wenigen Jahren sowohl in Metropolen als auch in ländlichen Regionen zum Alltag. Das sind Ergebnisse der dritten ZF-Zukunftsstudie, die sich mit dem Thema „Logistik auf der letzten Meile“ befasst. Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) hat in einem 360-Grad-Ansatz Erwartungen der Endkunden, gesetzliche und räumliche Rahmenbedingungen sowie technische Trends und deren Auswirkungen untersucht.

Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen vom Fraunhofer-Institut: „Die Transportlogistik steht generell im Spannungsfeld zwischen Kundenanforderungen, neuen Technologien sowie räumlichen und politischen Umfeldbedingungen.“ Ursache für wachsenden Kosten- und Innovationsdruck sind daher nicht nur steigende Ansprüche der Konsumenten. Schon heute werden in zunehmendem Maße Belieferungsverkehre eingeschränkt, Vorgaben für die Antriebstechnik verschärft oder Gebühren für den Zugang zu bestimmten innerstädtischen Bereichen verlangt. Ein effizientes und sauberes Logistikkonzept für Städte und Großstädte ist daher dringend erforderlich.

Die Autoren der ZF-Zukunftsstudie gehen davon aus, dass neue Technologien, die innovative Transportformen ermöglichen oder Transporte sogar überflüssig machen, für die größten Veränderungsimpulse sorgen. So wird sich der 3D-Druck weiter durchsetzen. Viele Güter können mittels additiver Verfahren vor Ort hergestellt werden und vermeiden so zeitkritische Transportwege. 3D-Druckläden analog der Copy-Shops in Zeiten, in denen noch nicht in jedem Haushalt ein kopierfähiger Tintenstrahldrucker stand, könnten hier ein Weg sein.

Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen: „Vor dem Hintergrund der zahlreichen Einflussgrößen haben wir Entscheidungs- und Handlungsbedarfe identifiziert.“ So runden Handlungsempfehlungen an die Politik die Studie ab, wie etwa eine Harmonisierung uneinheitlicher Regelungen bei „Low Emission Zones“. An die Logistikwirtschaft gerichtet ist der Appell, die Chancen der Digitalisierung stärker zu nutzen.
Die ZF-Zukunftsstudie 2016 folgt auf zwei vorangegangene Studien zum Thema Fernverkehr. Fredrik Staedtler, Leiter der ZF-Division Nutzfahrzeugtechnik: „Die Ergebnisse der aktuellen Studie zeigen, dass die Nutzfahrzeugbranche im Hinblick auf automobile Megatrends wie der Elektromobilität oder dem autonomen Fahren eine Schrittmacher-Funktion haben kann – weil Anforderungen, Rahmenbedingungen und Möglichkeiten hier in besonderer Weise synchronisiert werden müssen. Als Systemanbieter liefern wir für die Herausforderungen der Logistik-Zukunft die passgenauen Lösungen.“

Mehr Informationen finden Sie unter: http://www.zf-zukunftsstudie.de/