Unterirdisches Logistiknetzwerk in der Schweiz

Autor: Dimitri Lagun
Datum: 16.05.2018

Entlastung des Güterverkehrs durch Tunnelsystem unter der Erde

In der Schweiz ist bis 2045 der Bau eines riesigen unterirdischen Tunnelsystems geplant. Das System soll eine Ausweichmöglichkeit für den Güterverkehr sein und diesen entlasten. Der Start des Baus ist in sieben Jahren angesetzt, zuvor muss der Schweizer Bundesrat die notwendige gesetzliche Grundlage für das Projekt schaffen.

Initiator des Projektes ist die Cargo Sous Terrain AG (CST), welche aus 20 Firmen besteht. Zu den Trägern und Hauptaktionären der Aktiengesellschaft gehören die Schweizerischen Bundesbahn, Credit Suisse, Migros, die Schweizerische Post, der Versicherungskonzern Mobiliar, das Energie- und Infrastrukturunternehmen BKW, die Züricher Kantonalbank, Swisscom, SAP sowie das kalifornische Startup Hyperloop One.

Das Projekt konnte realisiert werden, da Cargo Sous Terrain die Vorgaben des Schweizerischen Bundesrat erfüllen konnte. Außerdem konnten die vom Bundesrat geforderten privaten Investitionszusagen von 100 Millionen Franken gesichert werden. Nun fehlt nur noch die gesetzliche Regelung, der im Hinblick auf den Schweizerischen Bundesrat nichts im Weg zu stehen scheint. Im Januar wurde der Bundesrätin Doris Leuthard eine Roadmap für die zukünftige Projektphase bei dem Bau des Logistiknetzwerkes präsentiert.

Die Cargo Sous Terrain AG würde mit dem Bau des ersten Tunnelabschnittes gerne schon in 2025 beginnen. Für den ersten Abschnitt sind drei Milliarden Franken eingeplant. Dadurch wird der Raum Härkingen/Niederbipp mit Zürich verbunden, eine Strecke von rund 70 Kilometern. Insgesamt sind für das Projekt 33 Milliarden Franken Budget eingeplant, welche ohne staatliche Zuschüsse zusammenkommen sollen. Verläuft der Bau ohne Probleme, wird bis 2045 schon ein Tunnelsystem aus drei Teilen bestehen. Die Tunnel werden über drei Spuren in 20 bis 50 Metern Tiefe verfügen, auf denen autonome Transportcontainer Güter transportieren, die zuvor an Logistikzentren an stadtnahen Knotenpunkten geladen werden. Im dritten Teil ist eine vollautomatische Steuerung des Transportsystems geplant.

Die Technik, die im Tunnelsystem eingesetzt wird, ist bereits anerkannt und zuverlässig. Die digitale Steuerung, die die Waren bündelt und den Transport plant, ist jedoch innovativ. Für die Technik wird unter anderem SAP verantwortlich sein. SAP ist ein Anbieter von Unternehmenssoftware und kann in den Bereichen Internet der Dinge und Cloud Plattform sein Wissen dem Projekt beitragen. Außerdem soll im Rahmen des Projektes an Machine Learning und Blockchain im Logistikbereich gearbeitet werden.

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