Deutsche Bank erstmals wieder in den schwarzen Zahlen

Autor: Mario Schmidtgen
Datum: 05.02.2019

Erster Jahresgewinn seit 2014

Nachdem die Deutsche Bank seit drei Jahren Verluste schrieb, ist sie nun zurück in die schwarzen Zahlen gelangt. 2018 konnte ein Überschuss von 341 Millionen Euro erreicht werden. Verglichen zu den Zahlen der US-Konkurrenz und zu dem ehemaligen Erfolg der Deutschen Bank ist dies jedoch ein mageres Ergebnis.

„Die Rückkehr in die Gewinnzone zeigt, dass die Deutsche Bank auf dem richtigen Weg ist“, so Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing. Jedoch sei die Bank „noch lange nicht“ da, wo sie hinwolle. „Nun geht es darum, den nächsten Schritt zu tun: Wir werden 2019 die Kosten weiter senken und gleichzeitig gezielt in Wachstum investieren. So werden wir unsere Profitabilität auch über das laufende Jahr hinaus substanziell steigern.“

Eine Gewinnprognose für 2019 gab Sewing nicht, jedoch sei geplant, die um den Konzernumbau und Rechtsfälle bereinigten Kosten der Bank auf 21,8 Milliarden Euro zu senken. 2018 betrugen die Kosten noch 22,8 Milliarden Euro.

Im Jahr 2015 hat die Deutsche Bank den größten Verlust der Unternehmensgeschichte mit rund 6,8 Milliarden Euro erreicht. Ein Jahr später lag das Minus bei rund 1,4 Milliarden Euro, 2017 dann 735 Millionen Euro. Im Schlussquartal 2018 schrieb die Bank wieder rote Zahlen. Von Oktober bis Dezember wurde 409 Millionen Euro verbucht.

Als Ursache nannte die Deutsche Bank das allgemein herausfordernde Marktumfeld sowie die „negativen Nachrichten“ im Rahmen der Geldwäsche-Razzia Ende November. Die Zentrale des Geldhauses in Frankfurt wurde durchsucht, da Vorwurf erhoben wurde, die Mitarbeiter haben Kunden geholfen, Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen zu Gründen und somit Geld zu waschen.

Trotzdem zeigt sich das Institut zuversichtlich: „Es sind keine neuen Angelegenheiten hinzugekommen, die hinsichtlich ihrer Größe oder ihres finanziellen Risikos diesen Fällen ähnlich wären.“ Die Rückstellungen für Rechtstreitigkeiten lagen Ende 2018 bei 1,2 Milliarden Euro und waren somit 40 Prozent geringer als Ende 2017 mit 2,0 Milliarden Euro.

Auch der Konzernumbau sowie der damit einhergehende Stellenabbau kommen zügig voran: Während Ende 2017 noch rund 97.500 Vollzeit-Mitarbeiter eingestellt waren, hat sich diese Zahl Ende 2018 bereits auf rund 91.700 Mitarbeiter verringert. Bis Ende 2019 sollen die Stellen auf „deutlich unter 90.000“ abgebaut werden.

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