Schwebende Autoschlitten in Denvers Berufsverkehr

Autor: Mario Schmidtgen
Datum: 24.11.2017

Erste Teststrecke soll bereits 2018 gebaut werden

So wie viele zahlreiche andere Städte auf der ganzen Welt ist auch Denver eine Nervenzerreißprobe für Autofahrer. Um diese Situation so schnell wie möglich zu verbessern hat die Stadt es sich bis 2021 zum Ziel gemacht, es zu ermöglichen die Autos auf schwebende Transportschlitten zu setzen und diese über Magnetbahnen mit einer Geschwindigkeit von 200 km/h durch die Stadt fahren zu lassen.

Zur Umsetzung dieses Plans, wurde bereits die Firma Arrigo, ein Start-up des Ingenieurs Brogan BamBrogan, von Colorados Verkehrsministerium beauftragt. Vorher arbeitet BamBrogan beim Unternehmen Hyperloop One an der Entwicklung von Elon Musks Überschallzug mit.

Die erste Teststrecke soll bereits 2018 in Denver gebaut werden und eine halbe Meile lang sein. Sollte dieser Test positiv verlaufen, soll es zukünftig eine Trasse geben, die die Innenstadt mit dem Flughafen verbindet. Insgesamt sollen vier Transportschlitten – sogenannte Pods – die Magnetbahn befahren. Dabei soll jeder Pod einen anderen Zweck bedienen: ein Pod, der Pkw transportiert, ein Pod-Taxi, ein Pod-Kleinbus und ein Pod für Fracht.

Die schwebenden Untersätze sind, mit einer angeblichen Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h, autonom unterwegs. Auch wenn das viel langsamer ist als der Hyperloop-Überschallzug, der Geschwindigkeiten von bis zu 1200 km/h erreicht, reicht das Tempo aus um die Strecke zwischen Downtown Denver bis zum Flughafen in unter neun Minuten zu bewältigen. Derzeit liegt die Fahrzeit während der Rush Hour bei 50 Minuten.

Ingenieur Brogan BamBrogan ist von seiner Idee so überzeugt, dass er bereits ein Technologiezentrum in der Nachbarstadt Aurora plant. Durch den Bau sollen zudem etwa 200 neue Arbeitsplätze entstehen.

Es scheint, als hätte BamBrogan das Interesse an der Konkurrenz-Technologie Hyperloop, bei der Menschen wie eine Rohrpost durch Unterdruck transportiert werden, verloren. „Wenn ich zwischen zwei Städten in einer Niederdruckumgebung in einer Metallröhre wirklich schnell reisen möchte, würde ich ein Flugzeug benutzen“, sagt BamBrogan in einem Bericht des Onlinemagazins Wired. „Sie sind effizient, das Vorankommen ist geschmeidig und der Orangensaft ist kostenlos.“ Den Namen findet er allerdings super. „Ich liebe das Wort Hyperloop. Ich wünschte, er wäre mir eingefallen.“

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