EMI liegt im Mai bei 64,4 Punkten

Autor: Thanh Duy Tran
Datum: 07.07.2021

Einkaufpreise und Lieferengpässe steigen weiter

Verzögerungen im Lieferbetrieb erreichen erneut ein neues Rekordniveau. Lieferengpässe behindern das Industriewachstum. Auch Einkaufspreise wurden aufgrund von Materialknappheit extrem erhöht. Diese Erkenntnisse wurden aus dem saisonbereinigten IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) gewonnen. Dieser sank im Mai das zweite Mal in Folge auf 64,4 Punkte von zuvor 66,2 Punkte im April.

Märkte erleben Schritt für Schritt Aufschwung

Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen erklärt: „Nachdem der EMI mit Höchstständen auf eine große weltwirtschaftliche Nachfrage hingedeutet hat, wird jetzt klar, dass damit auch negative Begleiterscheinungen einhergehen“.

Die weltweiten geld- und fiskalpolitischen Programme lassen die Märkte wieder boomen. Zunächst in China, dann in den USA und auch Europa wird bald wieder einen Aufschwung erleben. Traud kommentiert: „Damit werden die Lieferzeiten länger und die Preise steigen. Das war vorhersehbar. So schnell wird sich das nicht ändern. Denn die expansiven Programme werden noch recht lange laufen. Die Inflation wird dauerhaft höher werden“.

Gute Geschäfte mit China und den USA

Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank appelliert: „Die Weltwirtschaft läuft weiterhin auf hohen Touren. Deutsche Unternehmen berichten von sehr guten Geschäften insbesondere mit China und den USA. Immer mehr spiegelten sich die Engpässe beim Bezug von Vorprodukten und bei den Transportkapazitäten wider, die auch in der kurzen Frist die Produktion bremsen werden. Dies allerdings sollte die Erholung zeitlich auch noch weit in das nächste Jahr, wenn nicht sogar noch nach 2023 ziehen.“

Dr. Heinz-Jürgen Büchner, Managing Director Industrials, Automotive & Services der IKB Deutsche Industriebank AG sagt: „Der Anstieg der Rohstoffpreise hat sich auch im Mai weiter fortgesetzt. Die Rohölmärkte tendierten vor der OPEC-Konferenz deutlich fester. Der Palästina-Konflikt und die generell angespannte Lage im Nahen Osten trugen ebenfalls zu festeren Preisen bei. Die Spotmarktnotierungen für Eisenerz erreichten am 10. Mai mit knapp 239 US-Dollar je Tonne ihren vorläufigen Höhepunkt, um bis zum Monatsende wieder auf 190 US-Dollar zurückzufallen. Trotzdem bleibt der Druck auf die Walzstahlpreise weiter bestehen, da der Markt immer noch nicht ausbalanciert ist. Dies dürfte erst im Verlauf der zweiten Jahreshälfte der Fall sein. Eine nachhaltige Preiskorrektur auf den Stahlmärkten sehen wird erst im nächsten Jahr.“