Maschinenbau flächendeckend von der Corona-Pandemie betroffen

Autor: Than Duy Tran
Datum: 14.05.2020

VDMA-Umfrage legt Auftragseinbußen und Stornierungen dar

Im Maschinenbau sind inzwischen über die gesamte Branche hinweg die Auswirkungen der Corona-Pandemie wahrnehmbar. Das machen die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) deutlich, an der sich 724 der Mitgliedsunternehmen beteiligt haben.

Demnach sehen sich 90 Prozent der Maschinenbaufirmen von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie betroffen. Nach Aussage von Dr. Ralph Wiechers, VDMA-Chefvolkswirt, bereitet hier die Nachfrageseite zunehmend Sorgen. Diesbezüglich erklärt er: „Bereits Mitte April hatten gut drei Viertel der Befragten merkliche oder gravierende Auftragseinbußen beziehungsweise Stornierungen verbucht, Anfang Mai kletterte dieser Wert nochmals auf 85 Prozent nach oben.“ Dazu kommt, dass ein großer Teil der Kunden die Abnahme der gelieferten Maschinen verzögert oder verweigert.

Weitere große Schwierigkeiten ergeben sich für die Unternehmen aufgrund von Reise- und Aufenthaltsbeschränkungen. Entsprechend berichten mehr als 80 Prozent der befragten Firmen von nicht erteilten Aufenthaltsgenehmigungen oder davon, dass ihren Mitarbeitern der Zutritt zum Werksgelände ihrer Kunden verwehrt wird. Hinsichtlich der Transport- und Logistikabwicklung gibt es bei knapp 33 Prozent der Unternehmen Schwierigkeiten.

Insgesamt berichten inzwischen 43 Prozent der Maschinenbauer von Liquiditätsengpässen.

Leichter Hoffnungsschimmer

Der VDMA schreibt in seinem Bericht, dass der Blick auf die Lieferketten etwas Hoffnung verspreche. Hier wird nach Aussage des Verbandes allmählich eine leichte Entspannung erkennbar. So haben entsprechend der aktuellen Befragung derzeit knapp 40 Prozent der Firmen merkliche oder gravierende Beeinträchtigungen auf der Angebotsseite. Mitte April teilten dies noch fast 50 Prozent der Unternehmen mit.

Etwas positiver schätzen die Maschinenbaufirmen auch die Entwicklungen hinsichtlich der Nachfrage und des Angebots in den nächsten drei Monaten ein. Während Mitte April noch 43 Prozent der Unternehmen von einer Verschärfung der Auftragslage ausgingen, so tun dies aktuell nur noch rund 30 Prozent. Rund die Hälfte rechnet für die kommenden drei Monate mit einer gleichbleibend angespannten Situation.

Umsatzerwartungen

Für dieses Jahr gehen fast 66 Prozent der Maschinenbauunternehmen von einem Umsatzrückgang von 10 bis 30 Prozent aus. Bei den Firmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 1 Mrd. Euro rechnen sogar 75 Prozent der Befragten mit einem Umsatzrückgang in diesem Größenbereich.

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