Robotik-Wissen wird dringend benötigt

Autor: Mario Schmidtgen

Empfehlungen der International Federation of Robotics

Der Weltroboterverband International Federation of Robotics (IFR) sieht für die Robotik zukünftig eine große Bedeutung bei weiteren Entwicklungen in der Produktion. Deshalb spricht sich der Verband für eine Forcierung der entsprechenden Aus- und Weiterbildungsangebote aus.

Die IFR erwartet, dass bis 2022 weltweit voraussichtlich etwa vier Millionen Industrieroboter in den Fabriken im Einsatz sein werden. Nach Angaben des Verbands wird ihnen eine Schlüsselrolle bei der weiteren Automatisierung der Fertigung zukommen. Allerdings ist zu beachten, dass dann auch die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften in diesem Bereich steigt.

Milton Guerry, der Präsident der International Federation of Robotics, geht davon aus, dass die konjunkturelle Erholung in der Nach-Corona-Zeit die Nachfrage nach Robotik beschleunigen werde. Er sagt: „Regierungen und Unternehmen weltweit sollten sich darauf konzentrieren, die nötigen Kompetenzen für den Umgang mit Robotern und smarten Automatisierungssystemen zu vermitteln.“

Aus- und Weiterbildung

Nach Angaben von Saadia Zahidi, Expertin für Bildungs-, Gender- und Beschäftigungsinitiativen beim World Economic Forum, gehen nur sehr wenige Länder offensiv daran, ihr Bildungssystem an das Automatisierungszeitalter anzupassen. Sie erwähnt, dass einige nordeuropäische Länder sowie Singapur die wohl sinnvollsten Versuche zur Arbeitswelt der Zukunft durchführen.

Durch die Roboterhersteller wird die Aus- und Weiterbildung für Robotik bereits unterstützt. Das erfolgt durch praxisorientierte Schulungen.

Die Generalsekretärin der International Federation of Robotics, Susanne Bieller, empfiehlt eine Anpassung der Lernpläne für Schule und Ausbildung. Hier sollen die Ansprüche der Industrie an die Arbeitskräfte der Zukunft im Fokus stehen. Dabei nennt sie vor allem die Technik- und Digitalkompetenzen. Allerdings seien nach ihrer Meinung kognitive Fähigkeiten wie analytisches und kritisches Denken ebenfalls wichtig.

Außerdem sagt Bieller: „Volkswirtschaften sollten die Automatisierung annehmen und die nötigen Kompetenzen dafür aufbauen. Nur so wird es gelingen, von den Vorteilen der Technik zu profitieren – und nicht vom internationalen Wettbewerb abgehängt zu werden.“