DHL liefert Medikamente mithilfe von Drohnen

Autor: Mario Schmidtgen
Datum: 09.10.2018

Pilotprojekt in Afrika

Der Logistikdienstleister DHL hat ein neues Pilotprojekt gestartet. Zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) gemeinsam mit dem Drohnenhersteller Wingcopter werden Drohnen getestet, die die Kunden mit Medikamenten beliefern sollen. Rund sechs Monate wurde die Lieferung von Medikamenten per Drohne, erfolgreich auf einer Insel im Viktoriasee, getestet. Die Drohne selbst nennt sich „DHL Paketkopter 4.0“ und schafft es innerhalb von 40 Minuten eine Strecke von 60 km zurückzulassen. Insgesamt wurden bei dem Pilotprojekt rund 2.200 km in insgesamt 2.000 Flugminuten geflogen.

Der KEP-Dienstleister nimmt Stellung zum Projekt: „Die Drohne eröffnet neue Möglichkeiten, denn in vielen Regionen Afrikas stellt die Logistik im Gesundheitswesen, insbesondere die Medizinversorgung ländlicher Krankenhäuser und Apotheken, eine enorme Herausforderung dar.“ Gründe für entstehende Probleme in der Zustellung seien meistens die schlecht ausgebaute Infrastruktur und das unwegsame Gelände. Somit ist die medizinische Versorgung der insgesamt 400.000 Bewohner des Inseldistrikts Ukerewe im Viktoriasee stark benachteiligt. Für eine Strecke von 240 km benötige man über Land rund sechs Stunden.

DHL: „Eine Belieferung medizinischer Einrichtungen zur Notfallversorgung der Bevölkerung mit nur kurz haltbaren, kühlpflichtigen Medikamenten ist so nicht möglich.“ Ein Vorteil des „DHL Paketkopter 4.0“ sei, dass die Drohne senkrecht starten sowie landen kann und neben einer kleinen Ladefläche, die man für den Rückflug mit Blut- und Laborproben beladen kann, kaum Infrastruktur benötigt. Der Logistikdienstleister sieht neben diesen Besonderheiten auch noch weiteres Potenzial: Durch die Drohne können man auch die Ausbreitung von zum Beispiel Ebola frühzeitig bekämpfen.

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