2,2 Milliarden für Opel

Autor: Ralf Windmüller
Datum: 06.03.2017

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PSA kauft Autohersteller Konzern

Fast 90 Jahre gehörte der deutsche Autohersteller Opel zum amerikanischen Konzern General Motors – bis heute. PSA Peugeot Citroën (ein französischer Autokonstrukteur) verkündete heute den Kauf der GM-Tochtergesellschaft Opel. Die Übernahme soll während einer Pressekonferenz in Paris, bei der der PSA-Chef Carlos Tavares und die GM-Vorstandsvorsitzende Mary Barra vertreten sind, weiter erläutert werden. Auch der Opel-Chef Karl-Thomas Neumann soll dabei sein.

Insgesamt 2,2 Milliarden Euro umfasst die Transaktion, einschließlich der Opel-Bank. 1,3 Milliarden Euro von diesem Wert entfallen auf das Opel-Autogeschäft. 900 Millionen Euro auf den finanziellen Teil. Neben Barmitteln besteht die hohe Summe auch aus Wertpapieren wie Optionsscheinen, die es GM ermöglichen, einen kleineren Teil am PSA-Kapital zu erwerben. Wenn die Unternehmen zusammengewachsen sind, sollen die Synergieeffekte 1,7 Milliarden Euro im Jahr erreichen. Auch die französische Großbank BNP Paribas soll mit für den Betrieb der Opel-Bank verantwortlich sein. Die Bank soll einen Teil des Kaufpreises übernehmen.

Auch soll das umstrittene Thema der Pensionsverpflichtungen für die Opel-Mitarbeiter geregelt worden sein. GM hat sich zur Übernahme eines erheblichen Lastenanteils verpflichtet. Das Opel-Elektroauto Ampera-e soll PSA weiter bauen, die Lizenzgebühren dafür werden an General Motors überwiesen. Das Modell soll im Sommer erscheinen und beruht auf dem Chevrolet Bolt, einem Modell aus der General-Motors-Produktpalette. GM möchte die scharfe Konkurrenz durch ehemalige Autos aus dem eigenen Haus vermeiden, so könnten PSA und Opel in geografischer Hinsicht einigen Einschränkungen unterliegen.

In Europa sind rund 38.000 Mitarbeiter bei Opel beschäftigt, die Hälfte davon in Deutschland. Somit dürfte weniger als drei Wochen nach dem ersten Bekanntwerden der Verkaufsgespräche mehr Klarheit für Zehntausende Opel-Mitarbeiter herrschen. Etwa 15.000 Menschen arbeiten am Stammsitz in Rüsselsheim. Das thüringische Eisenach und Kaiserslautern sind weitere Standorte des Autoherstellers.
Erst Mitte Februar wurde bekannt gegeben, dass General Motors und PSA Peugeot über Opel verhandeln. In der letzten Woche wurde dann berichtet, dass die Verhandlungen in der ersten Märzwoche abgeschlossen werden könnten und das vor dem Genfer Autosalon. Die Automesse beginnt für Besucher am Donnerstag.

Die Mitarbeiter des deutschen Herstellers waren durch die Verhandlungen eher verunsichert. Doch der PSA-Chef Tavares gab im Verlauf der Gespräche und nach einem Austausch mit der deutschen Bundesregierung an, dass PSA bei dem Kauf die gültigen Tarifverträge der deutschen Mitarbeiter berücksichtigen würde.

Diese laufen bis ins Jahr 2020 und schließen somit betriebsbedingte Kündigungen bis zum 31. Dezember nächsten Jahres aus. Unteranderem unterhält das Unternehmen noch weitere Fahrzeugwerke in Großbritannien, wo die Autos unter der Marke Vauxhall verkauft werden.

Seit dem Jahr 1929 ist Opel Teil des General-Motors-Konzerns, hat aber in den vergangenen Jahren seiner amerikanischen Muttergesellschaft nur noch Verluste gebracht. Schon mehr als 17 Jahre liegt der letzte Jahresgewinn zurück. Der vor rund vier Jahren angetretene Chef Karl-Thomas Neumann verbesserte die Lage. Doch nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU verschlechterten sich die Aussichten. Dem Kauf wurde am vergangenen Freitag durch den PSA-Aufsichtsrat zugestimmt.

Quelle: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/peugeot-zahlt-2-2-milliarden-euro-fuer-opel-14910678.html

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R.Windmueller