Wellpappenindustrie mit weiteren Kostenzuwachs konfrontiert

Autor: Thomas Wandler
Datum: 25.03.2022

Drohende Verknappung von Wellpappenrohpapier

Der Verband der Wellpappen-Industrie e. V. (VDW) schilderte in einer Pressemitteilung vom 16. März 2022 den externen Druck der rasanten Preissteigerungen im Energiesektor und drohende Rohstoffknappheit. Schon vor dem Kriegsausbruch sei der Markt angespannt gewesen, während der Kostendruck über die letzten Monate konstant hoch blieb.

Erdgas ist unverzichtbar

VDW-Vorsitzender Dr. Steffen P. Würth betont: „Die zuletzt beobachteten schwindelerregenden Preissteigerungen im Energiesektor treffen auf eine Wellpappenindustrie, die schon seit vielen Monaten mit immer neuen Kostenzuwächsen konfrontiert ist.“ Zuvor stiegen Großhandelspreise für Erdgas so stark wie nie zuvor. Beispielsweise erreichte der Preis für eine Megawattstunde an der niederländischen Börse TTF am 07. März zwischenzeitlich 350 Euro. Vergleichsweise blieb im Jahr 2021 der Tagesendwert immer unter 20 Euro pro Megawattstunde.

Erdgas als Energieträger ist in der Wellpappenindustrie und für die zuliefernden Hersteller von Wellpappenrohpapier unverzichtbar. Würth schildert: „Schon jetzt sind durch aus dem Ruder gelaufene Gaspreise Schließungen von Papierwerken zu verzeichnen. In Kombination mit wegfallenden Kraftliner-Importen aus Russland droht damit eine Verknappung unseres wichtigsten Rohstoffes Wellpappenrohpapier – und das unter der Voraussetzung eines schon vor Kriegsbeginn historisch hohen Papierpreisniveaus.“

Wellpappenindustrie ist systemrelevant

Mitglieder des VDW erfassen Verzögerungen in der Logistik, einen knapper werdenden Frachtraum und Produktionsausfälle oder -störungen im Verpackungsbereich. Egal ob nationaler oder internationaler Güterverkehr – Transportverpackung aus Wellpappe ist nicht wegzudenken. Bereits zu Beginn der Corona-Krise wurde die Wellpappenindustrie im Lebensmittelbereich, aufgrund des essenziellen Beitrages zu Versorgung der Bevölkerung, als systemrelevant bezeichnet.

Würth erklärt dazu: „Wir werden weiterhin alles daransetzen, diesen Beitrag bestmöglich zu leisten und die Lieferketten aufrechtzuerhalten. Die massiven Preisturbulenzen am Energiemarkt und die in diesem Zusammenhang drohende Rohstoffknappheit erfüllen uns jedoch mit größter Sorge. Wir müssen jetzt darauf zählen können, dass auch die Politik entschieden handelt, um die Kriegsauswirkungen auf die Energiepreise einzudämmen. Nur so lässt sich eine kritische Schwächung systemrelevanter Wirtschaftsbereiche verhindern.“