Neue Förderprogramme zur Unterstützung der Digitalen Transformation und Innovationstätigkeit des Mittelstandes

Autor: Sebastian Thelen
Datum: 09.05.2017

KfW-Innovationsförderung stellt Kredite zur Förderung der Digitalisierung von Produkten und Prozessen

Ab dem 1.Juli wird die KfW-Innovationsförderung um den Schwerpunkt Digitalisierung erweitert. Ein neuer „ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit“ soll zinsgünstige Finanzierungen bieten. Zur gleichen Zeit wird das Programm „ERP-Mezzanine für Innovationen“ zur langfristigen Finanzierung marktnaher Forschung und Entwicklung eingeführt.

Die Digitale Transformation und die Innovationstätigkeit des Mittelstandes sollen gezielt durch neue Förderprogramme unterstützt werden. Untersuchungen von KfW-Research zeigen, dass weite Teile der mittelständischen Unternehmen in Deutschland das Potenzial der Digitalisierung bei Weitem nicht ausschöpfen. Der Anteil innovativer Unternehmen sank zuletzt auf einen Tiefstand. Eingeführt wird der neue „ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit“. Dieser ist zur Finanzierung von Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben breit einsetzbar.

Der Kredit dient der Förderung der Digitalisierung von Produkten, Produktionsprozessen und Verfahren – beispielsweise die Vernetzung der Produktionssysteme unter dem Stichwort Industrie 4.0. Zusätzlich sollen die Ausrichtung der Unternehmensstrategie und –Organisation auf die Digitalisierung unterstützt und begleitet werden. Darüber hinaus werden Innovationsvorhaben finanziert, bei denen Unternehmen neue oder substantiell verbesserte Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen entwickeln.

Dieses Programm steht allen denjenigen offen, die im Sinne des Programms Horizon 2020 der Europäischen Union als innovatives Unternehmen gelten. Dazu zählen zum Beispiel schnell wachsende Unternehmen und Unternehmen mit besonders hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Eins der Kernelemente des Förderungsprogramms ist eine optionale Haftungsfreistellung in Höhe von 70 Prozent für Kredite an Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern.

Die KfW kann einen umfangreichen Teil des Ausfallrisikos übernehmen und so den durchleitenden Hausbanken die Kreditvergabe erleichtern. Hierfür stellt der Europäische Investitionsfonds (EIF) mit Mitteln des Europäischen Fonds für Strategische Investitionen (EFSI) eine Garantie aus der InnovFin KMU-Kredit-Garantiefazilität des Horizon 2020-Programms der Europäischen Union zur Verfügung. Zweck dieses EFSIs ist es, die Finanzierung und Durchführung produktiver Investitionen in der Europäischen Union zu fördern sowie den verbesserten Zugang zu Finanzierungen sicherzustellen. Durch die Unterstützung der Europäischen Union ist es möglich, gerade Unternehmen mit schwacher Bonität besonders günstige Konditionen anzubieten. Auch die Konditionen für kleine und mittlere Unternehmen werden gemäß EU-Definition zusätzlich vergünstigt.

Speziell zur langfristigen Finanzierung marktnaher Forschung und der Entwicklung neuer Produkte, Verfahren, Prozesse oder Dienstleistungen sowie ihrer wesentlichen Weiterentwicklung, bietet das zweite neue Programm „ERP-Mezzanine für Innovation“ KfW-Finanzierungspakete aus Fremd- und Nachrangkapital an. Es sollen sowohl Vorhaben unterstützt werden, die für das antragstellende Unternehmen neu sind, als auch solche, die sich vom Stand der Technik in der EU abheben. Die beiden Programme richten sich jeweils an etablierte Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und Freiberufler in Deutschland mit einem jährlichen Gruppenumsatz von bis zu 500 Mio. Euro. Die Konditionen sind aus Mitteln des ERP-Sondervermögens und des Bundeshaushalts verbilligt.

Die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Brigitte Zypries, äußerte sich dazu: „Die Digitalisierung ist der Schlüssel für erfolgreiche Wertschöpfung im 21. Jahrhundert. Wir wollen die Innovationskraft des Mittelstandes unterstützen. Denn nur ein innovativer Mittelstand auf der Höhe der Zeit kann sich den globalen wirtschaftlichen Herausforderungen stellen. Wir haben hierzu unsere Innovationsagenda vorgelegt. Damit wollen wir eine bessere, technologieoffene Innovationsförderung erreichen. Ich freue mich, dass die KfW mit den neuen ERP-Programmen den deutschen Mittelstand bei Innovation und Digitalisierung unterstützt.“

Dr. Ingrid Hengster, Vorstandsmitglied der KfW, erklärt: „Die Digitalisierung ist ein erfolgsentscheidender Faktor des Wandels, dessen Geschwindigkeit und Tiefe noch gar nicht vollständig absehbar ist. Fest steht aber: Unternehmen müssen sich der Digitalisierung konstruktiv annehmen und innovativ sein, wenn sie auch künftig wettbewerbsfähig bleiben wollen. In der Breite des Mittelstands wird bisher noch zu wenig dafür getan. Mit den neuen Förderansätzen wollen wir die Themen Digitalisierung und Innovation noch stärker in den Vordergrund rücken.“

Quelle: www.beraternews.net

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