BMW stellt Projekte mit Daimler ein

Autor: Duran Sarikaya
Datum: 31.07.2017

Gemeinsamer Einkauf betroffen

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Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete stelle der deutsche Autobauer BMW seine Kooperationsgespräche, betreffend neuer Projekte, mit Daimler vorläufig ein. So seien die Münchener über die Vorgehensweise der Konkurrenz Daimler, mit Sitz in Stuttgart, aufgebracht.

Dementsprechend wurden gewisse Angaben aus Branchenkreisen von Konzernkreisen bestätigt, dass Gespräche der Konzerne eingestellt werden würden. Die Zusammenarbeit soll nun vom Unternehmen kritisch hinterfragt werden. Bereiche wie der gemeinsame Einkauf der Unternehmen von Autoteilen bei Zulieferfirmen sind betroffen. Auch könnte sich ein geplantes Tankstellennetz für Elektroautos verzögern.

BMW reagiert so auf die Kartellvorwürfe gegen die deutschen Autohersteller. Diese sind Folge einer Art Selbstanzeige von Daimler bei der EU-Kommission in Brüssel, so die Süddeutsche Zeitung. Schon 2014 wurde die Anzeige von Daimler gestellt. Das Unternehmen erhofft sich so einer milliardenschweren Strafe zu umgehen, was bei BMW für große Verärgerung sorgte.

BMW hat sich nicht wie Daimler und Volkswagen angezeigt. So dürfte das Unternehmen bei den europäischen Behörden nicht mit einem Straferlass sowie einer Art Kronzeugenregelung rechnen.

Wie der Spiegel berichtete haben sich die Vertreter der deutschen Autobauer seit mehr als zwei Jahrzehnten regelmäßig getroffen, um sich über die Technik der Fahrzeuge, Kosten, Zulieferer, Märkte und Strategien auszutauschen. Hier ging es auch um die Abgasreinigung mit Zusatz von AdBlue sowie die Größe der dafür vorgesehenen Tanks.

Diesen Verdacht der wettbewerbswidrigen Absprachen bei der Abgasreinigung weist BMW zurück. Dennoch streitet das Unternehmen nicht ab, ein Teil des Fünfer-Kreises zu sein, in dem sich die Entwicklungsvorstände der Autobauer über Jahre hin ausgetauscht haben.

Genauso wie Daimler kommentierte Volkswagen die Berichte über Selbstanzeigen und mögliche Kartellabsprachen nicht. Im Zusammenhang von Spekulationen in Medienberichten wolle der Konzern-Chef Dieter Zetsche nichts dazu sagen.

Zetsche am Mittwoch in einer Telefonkonferenz: „In der Tat macht die Autoindustrie derzeit Schlagzeilen – und keine guten. Aber wir sind gut beraten, uns nicht an Spekulationen zu beteiligen.“

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D.Sarikaya