Jodel will Geschäft in USA ausweiten

Autor: Ralf Schmitt
Datum: 09.06.2017

Neue Investoren sind unter anderem der erste CTO von Facebook und Floodgate Fund

Jodel gehört heutzutage genauso zum Studentendasein dazu, wie das Mensa-Essen oder der Studentenausweis. Die Social-Media-App aus Berlin zieht mittlerweile so viel Aufmerksamkeit auf sich, dass nun sogar amerikanische Investoren Interesse an der App äußern. Nun plant das Start-up sein Geschäft in die USA auszuweiten.

Wie das „Handelsblatt“ bereits berichtete, hat Jodel im Silicon Valley sechs Millionen US-Dollar Risikokapital angesammelt. Neue Investoren sind unter anderem Adam di Angelo, erster CTO von Facebook und Gründer von Quora und der Floodgate Fund.

Der Floodgate Fund investiert unter anderem auch in das Videonetzwerk Twitch und dem Mobilitätskonzept Lyft. In der Finanzierungsrunde sitzen außerdem bereits vorhandene Kapitalgeber wie Global Founders Capital oder Christophe Maire, Investor von Soundcloud. Die größten Hoffnungen werden jedoch in die US-Investoren gelegt, durch die ein Einstieg in den amerikanischen Markt leichter gelingen soll.

2014 gründete der Student Alessio Borgmeyer die Social-Media-Plattform an der RWTH in Aachen. Heute ist das Netzwerk besonders in Deutschland, Skandinavien, einigen westeuropäischen Ländern und Saudi-Arabien vertreten. Die Regeln von Jodel sind einfach: Auf der Plattform können die Nutzer anonym Beiträge posten, welche dann von anderen Nutzern im Umkreis von 10 Kilometern gelesen und kommentiert werden können. Außerdem können Beiträge up- oder down-gevoted werden, wodurch sich ein Ranking ergibt, welches die beliebtesten Einträge zuerst anzeigt.

Bei den Beiträgen auf Jodel handelt es sich zwar größtenteils um Witze, welche die Studenten zur Ablenkung während der Vorlesungen nutzen, doch nichtsdestotrotz wird die App zu einer immer relevanteren Plattform. Beispielsweise diskutieren die Nutzer in dem Netzwerk auch über aktuelle politische Geschehnisse und bieten sich gegenseitig Hilfestellung, wenn beispielsweise Ersatzteile für kaputte Gegenstände benötigt werden.

Jodel wird immer größer und gewinnt täglich neue Nutzer dazu. Zwar gibt es zurzeit keine aktuellen Nutzerzahlen, doch bereits Ende 2015 lag die User-Zahl bei etwas mehr als einer Million. Diese Zahl müsste seitdem jedoch um ein vielfaches angestiegen sein. Und auch die Konkurrenzsituation des Netzwerkes sieht gut aus: YikYak, ebenfalls ein Netzwerk, welches das Verschicken anonymer Mitteilungen ermöglichte, ist seit etwa einem Monat nicht mehr aktiv.

Gesponserte Inhalte wie in anderen sozialen Netzwerken gibt es bei Jodel bislang nicht, was auch dazu führt, dass der Jodel CEO Borgmeyer bislang keine Umsätze mit der App erzielt. Die Strategie, die dahinter steckt, ist dieselbe wie bei Snapchat: Erst wachsen, dann Geld verdienen. Mit einer Expansion auf dem amerikanischen Markt würde die Nutzerzahl sicher schnell ansteigen.

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R.Schmitt